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Ein Zeichen für Menschenrechte und Religionsfreiheit
In Berlin wird ein Mahnmal zur Erinnerung an die Verfolgung der Zeugen Jehovas im Nationalsozialismus enthüllt

Wien, 16. Juni 2026 – Am 24. Juni wird im Berliner Tiergarten ein neues Mahnmal eingeweiht. Es erinnert an die Tausenden Zeugen Jehovas, die sich angesichts der Verfolgung durch die Nationalsozialisten als moralische Sieger erwiesen. Sie weigerten sich, ihr Gewissen zu kompromittieren oder Hitlers Regime zu unterstützen, selbst um den Preis ihrer Freiheit und ihres Lebens.

Das vom Berliner Künstler Matthias Leeck entworfene Mahnmal symbolisiert Mut und Standhaftigkeit angesichts von Not und Verfolgung. Es wird an der Straße des 17. Juni errichtet, etwa 400 Meter vom Brandenburger Tor entfernt – dort, wo 1936 die Gestapo eine groß angelegte Verhaftungsaktion gegen Jehovas Zeugen durchführte.

Julia Klöckner, Präsidentin des Deutschen Bundestags, und Staatsminister für Kultur und Medien Wolfram Weimer gehören neben weiteren Politikern, Vertretern von Stiftungen, Historikern und Vertretern von Jehovas Zeugen zu den erwarteten Gästen.

„Wir möchten unseren Dank gegenüber den Mitgliedern der Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas und der Arnold-Liebster-Stiftung ausdrücken, die dieses Projekt über viele Jahre vorangetrieben haben“, sagt Sebastian Stock, Sprecher von Jehovas Zeugen in Deutschland. „Ebenso danken wir den Abgeordneten des Bundestags, die in ihren Reden zur Debatte über das Mahnmal betont haben, wie wichtig es ist, aus der Vergangenheit zu lernen. Wir hoffen, dass das Mahnmal daran erinnert, dass man sein Gewissen und seine Menschenwürde niemals aufgeben darf – selbst unter den schwierigsten Umständen.“

Zeugen Jehovas wurden verfolgt, weil sie den Hitlergruß verweigerten. Sie lehnten den Militärdienst ab und traten keinen NS-Organisationen bei. Von den rund 25.000 Zeugen Jehovas in Deutschland wurden etwa 12.700 direkt oder indirekt verfolgt, rund 2.800 in Konzentrationslager deportiert. Schätzungsweise 1.130 deutsche Zeugen Jehovas verloren ihr Leben, darunter mehr als 280 Kriegsdienstverweigerer.

Die Geschichte der verfolgten Zeugen Jehovas wirkt bis heute nach und beeinflusste die Entwicklung moderner Grundrechte. Das Recht auf Kriegsdienstverweigerung im Grundgesetz wurde auch durch ihre Erfahrungen geprägt.

Das neue Mahnmal soll daher ein kraftvolles Symbol für Menschenrechte und Religionsfreiheit sein. Es würdigt den Mut von Jehovas Zeugen, die sich der unmenschlichen Ideologie der Nationalsozialisten nicht beugten.

Weitere Informationen zur Geschichte von Jehovas Zeugen in der NS-Zeit sind auf der Website jw.org zu finden.